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| Quelle: | Plattform Nachhaltig Wirtschaften |
| Rubrik: | Best Practice Unternehmen|A-F |
| Datum: | 29.03.2010 |
Cleantech braucht eine Bühne!
forum im Interview mit den Clean Tech Media Award Gründern Sven Krüger und Marco Voigt
Herr Voigt, Herr Krüger, Sie haben vor drei Jahren den Clean Tech Media Award ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?
 | Einer der stolzen Initiatoren: Sven Krüger © CTW | Sven Krüger: Wir beide sind seit über zehn Jahren im Technologiebereich tätig und haben irgendwann festgestellt, dass viele herausragende Cleantech-Produkte und -Ideen existieren, die es aber kaum in die breitere Öffentlichkeit schaffen. Wie soll ein Bewusstseins- und Verhaltenswandel einsetzen, wenn die Menschen nicht die Alternativen kennenlernen, die Umwelttechnologien ihnen bieten?
Marco Voigt: Genau da setzen wir an. Wir präsentieren Umwelttechnologien so, dass möglichst viele Menschen anfangen, sich dafür zu interessieren. Wir wollen eine Vorstellung davon vermitteln, welche Perspektiven nachhaltige technologische Entwicklungen für unsere ökonomische und auch gesellschaftliche Zukunft schaffen. Mit dem Clean Tech Media Award ist uns das innerhalb kurzer Zeit gelungen.
Das Schlagwort "Clean Tech" ist inzwischen in aller Munde und wird als die nächste Boombranche gefeiert. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Sven Krüger: Immer mehr Unternehmen verstehen, welche Geschäftsmöglichkeiten in umweltschonenden Technologien stecken. Immer mehr Kunden achten beim Konsum darauf, welche Produkte oder Firmen verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen. Aber wir befinden uns am Anfang dieser Entwicklung. Trotzdem schaffen es immer noch zu wenige Unternehmen, mit ihren Produkten ins Bewusstsein der Verbraucher vorzudringen.
 | ..und sein Partner: Marco Voigt © CTW | Marco Voigt:Außerdem beobachten wir, dass die einzelnen Technologiebereiche untereinander zu wenig kooperieren. Erst die Kombination vieler guter Technologien und das zielgerichtete Zusammenwirken von Politik, Unternehmen und Gesellschaft werden den wirtschaftlichen Durchbruch für die Cleantech-Branchen herbeiführen und unser gesamtes Wirtschaftssystem nachhaltiger gestalten.
Im September 2010 planen Sie eine neue Veranstaltung: Die eine neue Veranstaltung: Die CLEAN TECH WORLD. Messen und Kongresse zu diesen Themen gibt es doch inzwischen reichlich.
Marco Voigt: Mit der CLEAN TECH WORLD gehen wir einen neuen Weg. Cleantech braucht eine branchenübergreifende, öffentliche Bühne. Im September werden wir das Beste aus allen Cleantech-Bereichen im Flughafen Tempelhof zusammenbringen, um es für die Öffentlichkeit im wahrsten Sinn des Wortes begreifbar und erfahrbar zu machen. Wie wichtig das eigene Erleben von neuen Technologien ist, um ihre Möglichkeiten im Alltag zu begreifen, haben wir selbst im vergangenen Jahr beim E-Day eindrücklich erfahren. Dort waren 51 Elektrofahrzeuge zeitgleich im Einsatz. Irgendwann merkten wir, dass es trotzdem absolut still war. Die Erfahrung, dass Autos nicht zwangsläufig Lärm machen, war sehr beeindruckend. Deshalb wird die CLEAN TECH WORLD auch eher einen Ausstellungscharakter haben und viel Wert auf die Interaktion mit den Besuchern legen. Um beispielsweise die Facetten der mobilen Zukunft erlebbar zu machen, bieten wir den weltweit größten Parcours für alternativ angetriebene Fahrzeuge vom Pedelec bis zum Sportwagen.
Eine Cleantech-Erlebniswelt also?
Marco Voigt: So könnte man es sagen. Aber es ist mehr als das. Wir wollen die CLEAN TECH WORLD zu dem branchenübergreifenden Treffpunkt in Europa machen. Deshalb wird es zeitgleich mehrere Fachkonferenzen geben. Ein inhaltlicher Schwerpunkt wird beim Thema Mobilität liegen. Auch wird es spezielle Formate zum Thema Unternehmensfinanzierung geben, bei denen Kapitalsuchende und Finanziers ins Geschäft kommen können.
 | Umwelttechnologien als internationales Thema: Eine "Solar Beam Down Station" speist sauberen Strom in das Netz von Abu Dhabi. Foto: © Maximilian Heinz | Sven Krüger: Umwelttechnologie ist ein internationales Thema. Die CLEAN TECH WORLD soll mittelfristig zum internationalen, branchenübergreifenden Treffpunkt werden. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir gleich im ersten Jahr die USA als offizielles Partnerland gewinnen konnten. Eine spannende Vision! Wo stehen Sie aktuell?
Marco Voigt: Wir möchten hier langfristig etwas etablieren. Deshalb war es uns wichtig, mit dem Betreiber des Flughafen Tempelhof eine Vereinbarung für die nächsten zehn Jahre zu treffen. Die Resonanz und Unterstützung aus der Politik ist hervorragend, denn mit Cleantech entsteht eine wirtschaftliche Perspektive, sowohl in Berlin als auch in ganz Deutschland. Auch das Interesse von Wirtschaftsunternehmen ist groß. Die Konzeption der Ausstellung geht nun in die heiße Phase.
www.cleantech-award.de
www.cleantechworld.org
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