Quelle:Plattform Nachhaltig Wirtschaften Rubrik: Aktuelle Meldungen Datum: 16.03.2005


 

Trittin: Globale Energiewende nutzt dem Klima und der Wirtschaft

Energie- und Umweltminister beraten in London

Berlin, 16.03.2005

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat auf die Notwendigkeit und die Chancen einer globalen Energiewende hingewiesen. Vor Energie- und Umweltministern aus 20 Staaten betonte Trittin am Mittwoch in London: "Angesichts des wachsenden Energiehungers auf der Welt und des fortschreitenden Klimawandels müssen wir in der Energiepolitik global umsteuern. Weg vom Öl und Atom, hin zu mehr Energieeffizienz in Umwandlung und Verbrauch von Energie und ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien sind das Gebot der Stunde."

Mit Blick auf die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende unterstrich der Bundesumweltminister, dass ein Umsteuern nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich von Vorteil ist. Trittin: "Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien hat den deutschen Unternehmen, allen voran der Windbranche, eine internationale Spitzenposition eingebracht. Klimafreundliche Technologien sind ein Wettbewerbsvorteil im harten Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt. Erneuerbare Energien helfen, die globale Armut zu überwinden und schaffen neue Arbeitsplätze - allein in Deutschland gut 120.000".

Neuordnung des Energiemixes
Vor dem Hintergrund des vereinbarten Atomausstiegs betonte Trittin, dass in Deutschland der Anteil der Atomenergie bis 2020 auf Null zurück gehen wird. Gleichzeitig steht eine Erneuerung des deutschen Kraftwerkparks in den nächsten 20 Jahren in einer Größenordnung von rund 40.000 Megawatt an. Trittin. "Wir sind dabei, unseren Energiemix neu zu komponieren. Wir wollen den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen, das heißt im Vergleich zu heute verdoppeln. Fossile Energieträger wie Gas und Kohle werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, aber in sehr viel effizienteren Kraftwerken als heute."

Auf Einladung Großbritanniens haben die Energie- und Umweltminister aus 20 Staaten zwei Tage lang am "runden Tisch" über die Herausforderungen und Chancen einer klimafreundlichen Energieversorgung beraten. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Instrumente und geeignete Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Energiepolitik, zudem die Entwicklung klimafreundlicher Energietechnologien wie Effizienztechnologien, die erneuerbaren Energien und deren Markteinführung. Neben den G8-Staaten nahmen auch weitere Industrie- sowie Schwellen- und Entwicklungsländer teil, darunter Brasilien, China und Südafrika. Das Treffen war am Dienstag vom britischen Schatzkanzler Gordon Brown eröffnet worden.

Der Vertreter Chinas, der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Liu Jiang, betonte, dass sein Land bis 2010 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 10 Prozent erhöhen will. Das allein würde 813 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Dieses Ziel hatte China auf der Bonner Konferenz "renewables 2004" gesetzt.

Der Bundeskanzler hatte auf der Konferenz angekündigt, dass Deutschland ab 2005 für fünf Jahre weitere 500 Millionen Euro für Finanzierungsmaßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energien bereit stellt. Die Bundesrepublik hatte bereits 2002 in Johannesburg 1 Milliarde Euro für Energieeffizienz und Ausbau der Erneuerbaren zugesagt.

In den kommenden Jahren stehen weltweit beträchtliche Investitionen in die Energieinfrastruktur an. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur betragen sie in den nächsten 25 Jahren etwa 16 Billionen US-Dollar.

Quelle: BMU