Nachwachsende Rohstoffe in Fahrzeugen von FordNachhaltigkeit in der ProduktionKöln (ots) - Wer einen Ford Mondeo fährt, hat auch ein Stück Natur aus Bangladesh im Auto. Denn in der Innenverkleidung der Ford Mondeo-Türen wird für das Mittelteil Polypropylen (PP) verwendet, das mit rund zwei Kilogramm Kenaf-Fasern pro Fahrzeug verstärkt wird.
Unten das Mischvlies aus Naturfaser und Polypropylen bevor es durch mechanisches "vernadeln" quasi verwoben und damit verfestigt wird. Darueber hängt ein Synthese-Vlies, das mit dem Naturfasser-/PP-Vlies gemeinsam in die Nadelmaschine laeuft; dadurch wird in einem Schritt der Verbund zwischen Deckvlies und Naturfaservlies hergestellt. - Foto: Funder Isowood GmbH/Quelle: Ford-Werke GmbHKenaf ist eine bis zu drei Meter große Pflanze aus der Familie der Malvengewächse, die sehr robuste Fasern liefert. Der Kenaf für die Ford Mondeo-Türen wächst in Bangladesh. Fasermatten aus Kenaf eignen sich ideal für Anwendungen in der Fahrgastzelle - sie sind leichter als vergleichbare Matten aus Kunststoff, können im Falle eines Seitenaufpralls Energie sehr gut absorbieren, brechen und splittern nicht. Ford verwendet gegenwärtig in seinen europäischen Fahrzeugmodellen über 290 unterschiedliche Bauteile aus nachwachsenden Rohstoffen im Gesamtgewicht von 27.000 Tonnen. So besteht zum Beispiel die Hutablage des Ford Mondeo aus einem Verbundmaterial aus Polypropylen (PP) und Holzfasern. Rezyklierte Baumwolle wird unter anderem zur Geräuschdämmung der Fahrgastzelle und des Motorraums verwendet. Darüber hinaus werden in den Ford-Modellreihen Naturmaterialien wie Baumwolle, Holz, Hanf, Jute, Naturkautschuk - und eben Kenaf - verbaut. Kenaf: Langfasern aus dem rauhaarigen Stängel
Kenaf ist mit Baumwolle verwandt und stellt hohe Ansprüche an den Standort. Kenaf braucht zum Wachstum viel Wasser und Wärme (mindestens 16 Grad Celsius). Die Blattform ähnelt den Fingerblättern des Hanfs. Als Fahrzeugmaterial gefragt sind vor allem die Langfasern aus dem rauhaarigen Kenaf-Stängel (Bastfasern), während sich die Blätter und die äußere Bastschicht als Werkstoff nicht eignen. Kenaf stammt ursprünglich aus Afrika, ist mittlerweile jedoch weit verbreitet. Der Anbau konzentriert sich insbesondere auf die Tropen und Subtropen, über Bangladesh hinaus vor allem auf Länder wie China, Indien, Indonesien und Südafrika. In Deutschland werden seit 1994 im Versuchsanbau spezielle Kenaf-Sorten auf ihre Eignung erprobt. Der Kenaf für den Ford Mondeo wächst in Bangladesh auf Feldern,die Kooperativen gehören. Bild: Ford AGAutos, die "auf dem Acker wachsen" Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe hat lange Tradition bei Ford: Bereits in Henry Ford's legendärem Modell T kam 1915 Leim auf Weizenbasis zum Einsatz. 1940 stellte Ford einen Kofferraumdeckel aus Sojabohnen-Plaste her. 1941 präsentierte Ford das erste, noch handgefertigte "Bio"-Fahrzeug - ein Auto, das buchstäblich "auf dem Acker wuchs": gebaut aus Holzfasern, Hanf, Sisal und Weizenstroh, betrieben mit Hanföl, die Karosserie leichter als Stahl und doch belastbarer. Was heutzutage in Sachen nachwachsende Rohstoffe alles machbar ist, hat Ford mit der Studie "Model U" gezeigt, die Anfang 2003 präsentiert wurde. Das "Model U", ein besonders innovatives und umweltgerechtes Hybridfahrzeug, besteht konsequent aus Materialien, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt oder komplett rezyklierbar sind. Der vollständige Text der Meldung
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