Quelle:Plattform Nachhaltig Wirtschaften Rubrik: Fachbeiträge & Kommentare Datum: 16.01.2005


 

Projekt des Öko-Instituts: Product Sustainability Assessment (PROSA)

- Methodenentwicklung und Diffusion -

Ziel des Vorhabens ist die methodische Weiterentwicklung und internationale Diskussion eines Rahmenkonzeptes zur Produkt-Nachhaltigkeits-Analyse und zur nachhaltigen Produktentwicklung (PROSA). Parallel zur Methodenentwicklung sollen in einer Diffusions-Analyse die Bedingungen für eine zügige Diffusion in die praktische Anwendung von Unternehmen geklärt werden.

Ausgangssituation und Aufgabenstellung: Die bereits Ende des Jahres 1987 vom Öko-Institut e.V. in ihren Grundzügen entwickelte Produktlinienanalyse (PLA), stellte einen ersten Entwurf für eine Produkt-Nachhaltigkeits-Analyse dar, in der neben ökologischen auch ökonomische und soziale Aspekte mitbetrachtet wurden. Mit der beginnenden Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigen Entwicklung in Unternehmen und der Forderung nach nachhaltigen Produkten an Bedeutung gewinnt sie weitergehende Bedeutung. Dies war auch der Ausgangspunkt für ein Praxisprojekt mit der Hoechst AG, das im Jahr 1997 zum Ziel hatte, eine methodische Anwendung bei der Produktbewertung und -entwicklung zu skizzieren. Für diese Methode wurde der Name Product Sustainability Assessment (PROSA) geprägt. In weiteren darauffolgenden Fallstudien konnten als Spin-off einzelne methodische Elemente weiterentwickelt werden. Die Aufgabe im Rahmen der Methodenentwicklung von PROSA wird jetzt sein, aus den vielfältigen Erfahrungen, die gemacht wurden, einen geschlossenen und detaillierten Rahmen für eine Produkt-Nachhaltigkeits-Analyse und einer nachhaltigen Produktentwicklung zu entwerfen.

Hierbei war der Projektgruppe des Öko-Institutes von Beginn an klar, dass eine konzeptionelle Weiterentwicklung nicht ohne die Analyse nationaler und internationaler Ansätze und Methoden vonstatten gehen kann. Eine synoptische Betrachtung produktorientierter Nachhaltigkeitsmethodiken zeigt allerdings, dass die internationale Diskussion in hohem Maße unabgestimmt verläuft und die dort existierenden methodischen Ansätze eher noch weniger weit entwickelt sind. Vor allem bei der integrierten Betrachtung und Bewertung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeitsdimensionen bestehen noch große Defizite.
Neben der international reflektierten inhaltlichen Weiterentwicklung von PROSA, erwuchs die Frage nach einem möglichen Impuls, den das Projekt leisten kann, um eine Konvergenz der internationalen Diskussion um produktorientierte Nachhaltigkeitsmethodiken zu erreichen.

Um eine internationale Abstimmung im Bereich von Produkt-Nachhaltigkeits-Analysen anzustoßen, sieht das Projekt neben Studienaufenthalten einzelner Projektmitglieder im internationalen Bereich auch eine Reihe von Workshops mit internationalen Experten vor, die den Austausch von Methoden und Ansätzen zum Inhalt haben.

Projekt "Product Sustainability Assessment"
Vorgehensweise im Vorhaben: Ausgehend von einer Synopse vergleichbarer
Methodenvorschläge und Fallbeispiele im internationalen Umfeld wird ein erster detaillierter Entwurf des Handlungsrahmens PROSA vorgelegt. Dieser Handlungsrahmen ist nach Verständnis der Projektgruppe schon von seiner Aufgabenstellung her auf Integration angelegt. In ihm werden naturwissenschaftliche, technische, sozialwissenschaftliche und ökonomische Methoden und Begriffe zu einem gemeinsamen Systemmodell und Analysemuster verknüpft. Daraus entsteht ein gestaltungsorientierter Handlungsrahmen, mit dem akteursorientierte, integrative und zielorientierte Problemlösungen erarbeitet werden können. Eines der wichtigsten analytischen Instrumente ist die Systemanalyse. Durch sie werden die Verflechtungen zwischen lokalen, regionalen und globalen Ebenen deutlich, die sich entlang des (ökologischen) Produktlebensweges, in Anwendungs- und Bedürfnisfeldern und über die beteiligten Akteure, in kulturell geprägten Denk- und Handlungsmustern
ausdrücken.

In internationalem Austausch (Expertenworkshops, Studienaufenthalte in Europa, USA und / oder Asien) soll dieser Entwurf weiterentwickelt, abgestimmt und als Methodenbeschreibung mit Fallbeispielen in einem Leitfaden "Code of Conduct" veröffentlicht werden. In der parallel durchgeführten Diffusions-Analyse werden die Hemmnisse und Erfolgsbedingungen für eine zügige Diffusion in die Praxis analysiert. Ein spezielles Augenmerk wird auf die Evaluation akteursspezifischer und akteursübergreifender Kapazitäten und Anforderungen an die Methode gelegt. Der Wissenstransfer wird durch die Entwicklung einer teilvirtuellen Vorlesung und Weiterbildungskurs an der Virtuellen Universität VIROR/Universität Freiburg gewährleistet. Die Herausgabe eines semi-enzyklopädischen Glossars unterstützt die bei neuen Methoden und Begriffen besonders diffizile Kommunikation zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen (Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Designer, etc.), unterschiedlichen Kulturkreisen / Ländern und in verschiedenen Sprachen. Das Vorhaben Mitte 2005 abgeschlossen.

Das Vorhaben wird durch das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) im Rahmen des Förderschwerpunkts Sozial-ökologische Forschung gefördert und wird vom Öko-Institut e.V. durchgeführt.
(Quelle: Öko-Institut)

Homepage des Projektes
www.prosa.org