Quelle: Plattform Nachhaltig Wirtschaften Rubrik:  Aktuelle Meldungen Datum:  04.05.2005


 

BDI-Präsident fordert mehr Vertrauen in die Wirtschaft

Jürgen Thumann, Präsident des BDI beim Nachhaltigkeitsrat

Nicht der überbordende Sozialstaat, sondern die innovative Kraft von Unternehmern und Bürgern haben Deutschland stark gemacht. Daran erinnerte Jürgen Thumann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI), bei seinem Besuch des Nachhaltigkeitsrates vergangene Woche in Berlin. Vor rund 80 geladenen Gästen forderte Thumann in einer öffentlichen Ratssitzung daher wieder mehr Vertrauen in die Kraft des Ideenwettbewerbs und in die Eigenverantwortung der Wirtschaft. Die Globalisierung, so Thumann, führe dazu, dass die Verantwortung der Wirtschaft für eine zukunftsverträgliche Entwicklung wachse. Allerdings könne der Staat nachhaltige Entwicklung nicht einfach verordnen. "Denn nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn wir auf Kreativität, Vielfalt und Freiheit setzen", so der BDI-Präsident.

Erfolgreiche unternehmerische Eigenverantwortung bedeutet laut Thumann, dass die Firmen selbst die Mittel und Wege wählen können, um staatliche und gesellschaftliche Ziele zu erreichen; hierfür lieferten die mittlerweile über 100 Selbstverpflichtungen der Wirtschaft gute Beispiele. Es bedeute weiterhin, dass Standardverfahren oft nicht effizient seien. "In Deutschland herrscht immer noch die Ansicht, man müsse der Wirtschaft einheitliche Lösungen vorgeben", kritisierte Thumann.

Die Diskussion mit den Mitgliedern des Nachhaltigkeitsrates brachte kontroverse Sichtweisen zu Tage, die vor allem um den Stellenwert und die Art des wirtschaftlichen Wachstums und um das Ausmaß und die Grenzen des Corporate Social Responsibility kreisten. Die Diskussion unterstrich das Motto der kommenden Jahreskonferenz des Rates: "Nachhaltigkeit - die Wachstumsformel vom Mehr zum Besseren".

Quelle: Nachhaltigkeitsrat. Dort kann die Rede Jürgen Thumanns auch als PDF-File herunter geladen werden.  



Artikel im Kontext ansehen