Quelle: Plattform Nachhaltig Wirtschaften Rubrik:  Aktuelle Meldungen Datum:  25.04.2005


 

Sauberes Wasser notwendiger denn je

UN fordern sparsamen Umgang und Gebühren

Immer mehr Menschen leben in den großen Städten und Ballungsräumen der unterentwickelten Welt. Sowohl Industrienationen als auch die Regierungen der betroffenen Länder unterschätzen die Probleme, die durch unzureichende Wasserversorgung, fehlende Abwasserentsorgung und sanitäre Anlagen für Milliarden Menschen entstehen. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer Konferenz der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (UNCSD), die gestern in New York zu Ende ging.

Zehn Tage lang haben rund 1000 Teilnehmer, darunter Minister aus 75 Ländern, über politische Programme und Maßnahmen debattiert, mit denen Wasserversorgung, Hygiene und soziale Bedingungen in den Städten der unterentwickelten Länder verbessert werden können. Ein zentrales Ziel ist es, innerhalb der kommenden zehn Jahre zusätzlich 1,5 Milliarden Menschen mit sauberem Trinkwasser und weitere 1,9 Milliarden Menschen mit sanitären Anlagen zu versorgen. Die Kommission schätzt, dass dafür mindestens 30 Milliarden Dollar jährlich aufgewendet werden müssen.

Um diese Ziele zu erreichen, genügt es nicht, dass Geldmittel zur Verfügung gestellt werden, betonten Vertreter der UNCSD. Vielmehr müssten sich die Regierungen der Empfängerländer an der Erarbeitung konkreter Maßnahmenprogramme beteiligen. Außerdem sollen private Unternehmen beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur stärker als bisher einbezogen werden. Nicht zuletzt spielt die Bevölkerung selbst eine wichtige Rolle: Landwirte und Bauern, die in den meisten Entwicklungsländern die größten Wasserverbraucher sind, müssen den effizienten Umgang mit Wasser lernen und Zugang zu modernen Anbau- und Bewässerungstechniken bekommen. Zudem sollen Verbraucher für Trinkwasser und Entsorgung Gebühren bezahlen, damit sie mit der knappen Ressource sparsam umgehen und Investitionen für Privatunternehmen attraktiver werden.

Quelle: Rat für Nachhaltige Entwicklung
Foto: Mathias Prange
 



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